News

05.07.2021

Liebe Patient*innen,

seit dem 14.04.2021 impfen wir in der Praxis, mehr als 500 Pat. wurden inzwischen entsprechend Priorisierung geimpft, auch im Pfingsturlaub haben wir durchgeimpft.

Bisher wurden uns pro Woche maximal 24 Impfdosen von BionTech bzw. Moderna zur Verfügung gestellt, die dazu bestellten J&J-Impfdosen wurden bisher leider sämtlich nicht geliefert. Wir haben in den letzten Wochen, wie andere Hausarzt-Praxen in Konstanz auch, mehrfach versucht, AstraZeneca-Impfstoffe zu verimpfen, vom größten Teil unserer Pat. wurde dieser Impfstoff im Verlauf jedoch abgelehnt, so dass wir diesen nicht mehr bestellt haben. Erst-Impftermine mit BionTech sind vergeben bis August.

Seit dem 03.07.2021 gilt nun: Den besten Impfschutz scheint Vektor-Impfstoff (Erstimpfung, AstraZeneca) + mRNA-Impfstoff (Zweitimipfung, BionTech bzw. Moderna) zu gewährleisten, festgelegt wurde kurzfristig ein verkürztes Impfintervall von 4 Wochen (bisher AZ 12 Wochen Abstand zw. 1. und 2. Impfung, BionTech/Moderna 6 Wochen Abstand). Die möglichen Nebenwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs (z.B. Thrombosen) bleiben bestehen, zumeist nach der 1. Impfdosis auftretend, so dass wir bei jungen Frauen, insbesondere unter Antikonzeption und unter Nikotingenuß, diese Impfung nicht empfehlen bzw. durchführen.

Über die Internet-Platform www.sofort-impfen.de gibt es die Möglichkeit, sich als Impfwillige/r zu registrieren. Sie erhalten dann per E-Mail eine Benachrichtigung, sobald Impfdosen in ihrer Umgebung verfügbar sind. Termin und Impfstoff sind dann nach Wunsch und Verfügbarkeit - so heißt es in der 1. Pressemitteilung - frei wählbar. Bitte versuchen Sie bevorzugt, dort einen Termin zu bekommen, viele Praxen haben noch AstraZeneca-Impfstoff "auf Halde", der bisher mangels Impfbereitschaft mit diesem Impfstoff nicht verimpft werden konnte. Weiterhin erfolgen Impfungen in den Impfzentren in BaWü (Anmeldung über www.116117.de), die große Impfkontingente zur Verfügung gestellt bekommen.

Aktuell haben wir von den initial >1000 Pat. noch ca. 350 auf der Warteliste stehen, so dass wir weiterhin frühestens Mitte August wieder Impftermine vergeben können, bzw. die Warteliste verlängern.

Ihr Praxis-Team Dr. Witzel, bitte bleiben Sie gesund!

  1. 1a) Aufklärungsbogen des RKI zum Vektor-Impfstoff
  2. 1b) Anamnesebogen und Einwilligungserklärung des RKI zum Vektor-Impfstoff
  3. 2a) Aufklärungsbogen des RKI zum mRNA-Impfstoff
  4. 2b) Anamnesebogen und Einwilligungserklärung des RKI zum mRNA-Impfstoff

Genetische Verjüngung?

07.06.2021

In einer neue Pilotstudie ließ sich zeigen: Wenige Wochen einer speziellen Ernährung mit viel Schlaf und Bewegung reichen aus, uns genetisch meßbar zu verjüngen. Dadurch nämlich ändert sich das Muster der Anlagerungen an unserer DNA – und damit einen Marker für unser biologisches Alter. Acht Wochen lang stellten 50% der männlichen Studienteilnehmer ihre Lebensweise um: An jedem Tag mind. 30 Min. Sport, mind. 7 Stunden Schlaf pro Nacht, regelmäßig Atemübungen zur Entspannung.

Zugleich wurde die Ernährung angepaßt, mit wenig tierischen Eiweißen und Kohlehydraten, dafür viel Gemüse. Der Essensrhythmus entsprach einem gemäßigten Intervallfasten (zw. 19:00 Uhr abends und 7:00 Uhr morgens keine Nahrung), zusätzlich wurde ein Nahrungsergänzungsmittel mit verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffen und ein probiotisches Präparat mit Milchsäurebakterien eingenommen. Die Diätvorgaben waren speziell darauf ausgelegt, besonders viel von den Nährstoffen aufzunehmen, die für den sog. Methylierungszyklus wichtig sind. Diese sind vor allem in grünem Gemüse, Kohl, Nüssen und Saaten und allgemein einer pflanzenbasierten, wenig glykämischen und ketonischen Diät enthalten.

Das Ergebnis: Nach bereits acht Wochen zeigten sich meßbare Veränderungen des epigenetischen Musters: Die sog. DNAmAge-Uhr hatte sich um fast 2 Jahre zurückgedreht, die Teilnehmer der Gruppe ohne Veränderung des Lebensrhythmus waren in der gleichen Zeit epigenetisch um mehr als Jahr älter geworden. Insgesamt betrug der Unterschied zwischen den beiden Gruppen damit ca. gut 3 Jahre.

Ob sich das „Zurückschrauben“ der Epigenom("Alterungs-")-Uhr auch auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirkt, bleibt noch nachzuweisen; hierzu werden allerdings größere Zeiträume vonnöten sein.

(Fitzgerald KN et al. Potential reversal of epigenetic age .... Aging (Albany NY). 2021; 13:9419-9432. https://doi.org/10.18632/aging.202913)

Blutzuckererhöhung (Diabetes mellitus) und Krebserkrankungen vorbeugen

07.06.2021

2018 ergab sich aus einer australischen Langzeitdatenanalyse aus mehreren Studien, dass bei Diabetikern das Risiko für das Auftreten von Krebserkrankungen rund 25% höher ist als in der Allg.-Bevölkerung. Nun (2021) bestätigt das eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums für das Auftreten von Darmkrebs. Vermutlich ist bereits die Vorstufe des Diabetes, das sog. Metabolische Syndrom (Adipositas, erhöhte Blutfette und Blutdruck, erhöhte Zuckerwerte), schon mit einem erhöhten Risiko assoziiert; v.a. das Vorliegen von Bauchfett begünstigt die Krebsentstehung. Dieses gibt Adiponektine und Zytokine ab, die Entzündungen auslösen und als Wachstumsfaktoren wirken. Dadurch wird u.a. Tumorwachstum angeregt. Außerdem bilden die Fettzellen weibliche Geschlechtshormone (Östrogene), die gerade auch die Zellen von Brust und Gebärmutter anregen, sich vermehrt zu teilen. Paßt man seinen Lebensstil an, kann man dem entgegenwirken. Möglichst tägliche regelmäßige Bewegung >30 Minuten hilft, Gewicht und v.a. auch Bauchfett zu reduzieren. Damit läßt sich das persönliche Risiko für Krebs und im übrigen auch andere Erkrankungen meßbar senken.

(Toshiaki et al.; Diabetologia 2018;61:2140-2154)

Übergewicht (=Phänotyp) schlägt genetische Veranlagung (=Genotyp) als Diabetes-Risikofaktor

22.02.2021

Übergewicht ist ein höher zu bewertender Risikofaktor als die genetische Disposition. Wer Gewicht verliert, kann die Krankheit verhindern oder rückgängig machen! Typ-2-Diabetes scheint häufig vermeidbar, so englische Forscher aus Camebridge. In der vorliegenden Studie wurden 445.765 Teilnehmer der UK-Biobank im Alter von durchschnittlich 57 Jahren über 8 Jahre hinweg untersucht, u.a. auf das Vorliegen von Body Mass Index (BMI) und Diabetes mellitus Typ 2. Über 31.000 Teilnehmer entwickelten einen "DM 2" - ein hoher BMI war der stärkste Risikofaktor, und daran konnte auch eine eigentlich günstige Genetik nichts ändern.

(Ference B et al.; Integrating the Effect of BMI and Polygenic Scores to estimate Lifetime Risk ... ESC-Congress 2020)

Schokolade schützt das Herz

22.02.2021

Wer mehr als einmal pro Woche Schokolade verzehrt, senkt sein Risiko für das Auftreten einer Herzkranzgefäßerkrankung um 8% gegenüber denjenigen, die seltener Schokolade essen. Die Risikosenkung ist nicht enorm, der Aufwand aber überschaubar ... Texanische Autoren legten für diese Aussage 6 Studien an 336.000 Teilnehmern zugrunde, gepoolt nach gleichem Alter, Geschlecht und anderen Risikofaktoren. Darüber hinaus ist bekannt, dass die Schokolade um so "gesünder" ist, je mehr Kakaoanteil und je weniger Zucker sie trägt. In Kakao und Schokolade sind herzgesunde Ingredienzien enthalten, wie z.B. Flavonoide, Methylxanthine, Polyphenole und Stearinsäure. Eine Gewichtszunahme durch vermehrten Schokoladenkonsum ist allerdings kontraproduktiv.

(Krittanawong C. et al.; Eur J Prev Cardiol. 2020. doi:10.1177/2047487320936787)

Teetrinker leben länger

23.01.2021

In einer großen Studie aus China mit über 100.000 Teilnehmern, die über sieben Jahre den Einfluss regelmäßigen Teetrinkens auf Erkrankungshäufigkeit und Mortalität untersucht hat, ergab sich, dass mindestens 3-mal wöchentliches Teetrinken sich mit längerer Gesundheit sowie auch längerer Lebensdauer auszahlt. Statistisch gesehen liess sich für einen 50-jährigen Teetrinker eine um 1,26 Jahre längere Lebenszeit errechnen, verglichen mit einem Nichtteetrinker. Langzeit-Teetrinkern winkt eine 39%ige relative Risikoreduktion für Herzkranzgefäßerkrankung und Schlaganfall. Als besonders günstig erwies sich der Genuss von Grüntee.

(Wang, X. et al.;Eur J Prev Cardiol 2019, doi:10.1177/2047487319894685)

Rhythmusstörungen durch Burn-out

23.01.2021

Wenig überraschend: Homeoffice, Kindergeschrei, ausfallende Urlaube oder schlecht laufende Geschäfte als Beispiele fordern vermutlich in der Zukunft ihre gesundheitliche Quittung ein. Stress zu Hause oder im Job über längere Zeit in verschärfter Form sind, abhängig von der persönlichen Resilienz (etwa: psychische Widerstandsfähigkeit), aktuell neben vielem anderen typische Ursachen eines burn-out. Welche Ursache auch immer dafür vorliegt: Ein klassischer burn-out ist langfristig mit einem um 20% erhöhten relativen Risiko für Vorhofflimmern assoziiert - Vorhofflimmern kann über längere Zeit zum Auftreten eines Schlaganfalls führen. Dies ergab eine Langzeitstudie über 25 Jahre (!) von Forschern der Universität Los Angeles. In dieser Studie lag der burn-out damit weit vor Depressionen, Angsterkrankungen oder beispielsweise dem Gefühl einer fehlenden sozialen Unterstützung, die das Risiko nicht nennenswert erhöhten.

(Garg,PK. et al.; Eur J Prev Cardiol 2020, doi:10.1177/2047487319897163))

Eine Kombination gesunder Lebensstilfaktoren verlängert die krankheitsfreie Lebenszeit

28.08.2020

Jeder möchte gern alt werden - die meisten Menschen allerdings nur dann, wenn sie das auch gesund erreichen, ohne die Lebensqualität stark einschränkende chronische Erkrankungen ...

Der Einfluß einzelner Lebensstilfaktoren auf das individuelle Risiko chronischer Erkrankungen ist gut untersucht und unstrittig. Inwiefern eine Kombination solcher Faktoren jedoch assoziiert ist mit krankheitsfreien Lebensjahren, ist bislang nicht klar.

Nun gibt es eine Studie an über 116.000 Teilnehmern zu diesem Thema.
Das Ergebnis:
Verschiedene gesunde Lebensstilfaktoren wie ein Body Mass Index im Normbereich, nie geraucht zu haben, regelmäßige körperliche Aktivität und ein sehr moderater Alkoholkonsum sind statistisch bedeutsam assoziiert mit einem Gewinn an Lebensjahren ohne chronische Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus 2, Herzkranzgefäß- oder Atemwegserkrankungen, Krebs, Herzinfarkt, Herzschwäche oder Demenz.
Auf Normalgewichtigkeit liegt dabei ein besonderer Schwerpunkt, d.h.: Übergewicht, v.a. starkes Übergewicht mit einem BMI von mehr als 30 kg/qm, ist ein besonders gravierender Faktor für das Auftreten chronischer Erkrankungen.
Sauber herausgerechnet wurden andere Einflußfaktoren, wie z.B. der sog. sozioökonomische Status; körperliche Aktivität hieß in der Studie auch im Alltag praktisch erreichbare entweder >2,5 Std. moderate oder >1,25 Std. starke Aktivität / Woche.
(Nyberg et al. Association of Healthy Lifestyle With Years Lived Without Major Chronic ... JAMA Intern. Med. 2020; 180:760-768)

Keine L-Thyroxin-Therapie bei nur leicht erhöhtem TSH-Wert

28.08.2020

Bisher erhielten Patient*innen mit leichter Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) routinemäßig sehr früh einen Hormonersatz mit L-Thyroxin.
Eine Studie an mehr als 1000 Pat. >64 Jahren ergab nun: Erhalten diese Pat. mit nur leicht erhöhten TSH-, aber normalen T4-Werten L-Thyroxin, steigt ihr Sterberisiko um 60% (!) pro Jahr der Therapie.
Teilnehmer*innen der Studie, die mit niedrignormalem TSH Schilddrüsenhormone bekamen, starben fast doppelt so häufig im Vergleich zu unbehandelten Menschen.

Fazit: Bei isolierter TSH-Überhöhung sollte man mit einer L-Thyroxin-Gabe sehr vorsichtig sein; generell sollten wegen häufiger TSH-Wert-Schwankungen über den Tag pathologische Werte zunächst überprüft werden, bevor eine Therapieentscheidung getroffen wird.
(Endocrine J. 2020; https://bit.ly/3jNvlyE)

Bei der Zuckererkrankung (Typ-2-Diabetes) ist durch eine Gewichtsabnahme die Wiederherstellung der eigenen Insulinausschüttung möglich

14.06.2020

In der DIRECT-Studie* wurde vor 2 Jahren gezeigt, dass rund 50% stark übergewichtiger Diabetiker durch eine Lebensstiländerung ihre Insulinsekretion wiederherstellen konnten - in der Regel kommt es bei adipösen Patienten zum Diabetes, wenn - bei bestehender Insulinresistenz - die eigene Insulinsekretion nachläßt. Während es aber beim Typ-2-Diabetes in der Regel nach spätestens 10 Jahren für die Hälfte der Patienten dann heißt: "Die Tabletten reichen nicht mehr, wir müssen mit Insulin therapieren!", ließ sich dies bei den untersuchten Patienten durch eine deutliche und nachhaltige Gewichtsabnahme vermeiden. Dies gilt v.a. am Anfang des Diabetes (in der Studie: innerhalb der ersten 6 Jahre), und kann gehen bis hin zum Absetzen sämtlicher Antidiabetika.
(Zhyzneuskaya et al. Time course of normalization of functional beta cell capacity in DIRECT after weight loss in type 2 diabetes. Diabetes Care, 2020)

Wieviel Eier darf man in der Woche essen, ohne sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen?

14.06.2020

Seit vielen Jahren ist der Einfluß der Cholesterinzufuhr mit der Nahrung auf das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen Ärzten und Wissenschaftlern strittig - und jeder Standpunkt kann sich auf zahlreiche Veröffentlichungen stützen. Die Korrelation zwischen Aufnahme und Blutspiegel von Cholesterin ist letztlich schwach, so dass die vor Jahren empfohlene Zufuhrbegrenzung des Nahrungs-Cholesterins auf 300 mg tgl. aus den Leitlinien gestrichen wurde. Aktuell wurden - abschließend? - drei US-Studien mit über 215.000 Patienten ausgewertet; diese hatten zu Studienbeginn keine Herz-Kreislauf- oder Diabetes-Erkrankung. Die Datenaufnahme erfolgte über 33 Jahre (!), viele Einflußfaktoren (z.B. Bluthochdruck, Gewicht, Rauchen, familiäre Belastung) wurden statistisch sauber herausgerechnet. Ergebnis: 1 Ei tgl. erhöhte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht. Die Mehrzahl der Probanden verzehrte 1-5 Eier/Woche, wer mehr aß, hatte statistisch gehäuft höheres Gewicht und verzehrte mehr rotes Fleisch. Rechnet man dies heraus, so war über den gesamten Konsumbereich keine Veränderung des Erkrankungsrisikos durch den Verzehr von Eiern darstellbar. Bei Studienteilnehmern asiatischer Herkunft ergab sich sogar der gegenteilige Effekt: Je mehr Eier gegessen wurden, desto weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen traten auf.
(Drouin-Chartier et al. Egg consumption and risk of cardiovascular disease, ... , systematic review and updates meta-analysis. BMJ, 2020).

Blutdruckmedikamente immer am Abend nehmen ? - häufig nachgefragt

06.01.2020

In den letzten Wochen werden wir immer häufiger gefragt, ob es sinnvoll ist, die verordneten Blutdruckmedikamente abends einzunehmen, statt morgens. Hintergrund der Fragestellung "morgens oder abends" ist, wie auch in einem Artikel im Südkurier kolportiert, auf den sich viele Fragende beziehen, dass der nächtliche Blutdruck stärker mit Folgeekrankungen des Bluthochdrucks assoziiert ist (Schlaganfall und Herzinfarkt) als der am Tage. V.a. die "Hygia-Chronotherapy-Study" (Hermida et al, Eur Heart J online Oktober 2019) behauptet, dass die Einnahme von mindestens einem Blutdruckmedikament am Abend im Vergleich zur Einnahme aller Medikamente am Morgen große Effekt auf die Folgeekrankungen hat; diese Studie war Hauptauslöser der Diskussion in der 2. Jahreshälfte 2019. Als Resümee aus der momentanen Studienlage zieht das pharmaunabhängige "arznei-telegramm" angesichts der aufgeflammten zum Teil recht hitzigen Diskussionen nun aber 12/19 den Schluss, dass die Publikation so mangelhaft ist, dass die Ergebnisse nicht als Grundlage einer rationalen Blutdrucktherapie dienen sollten. Es wurden bei der Veröffentlichung keine Daten zur "Randomisierung" (Zufällige Aufteilung der Untersuchten auf die verschienen Therapiegruppen), zur genauen gegebenen Medikation und selbst zur Definition der sog. "Endpunkte" (Eintreten eben der zu untersuchenden Folgeerkrankungen) gemacht, auch nicht zur langfristigen Nachverfolgung der unterschiedlich therapierten Behandlungsgruppen. Somit ergeben sich momentan keinerlei Therapieoptionen aus den vermeintlich so sensationellen Daten.
Selbstverständlich ist es bei einer Blutdrucktherapie mit mehreren Substanzen üblich, die Medikation aus den unterschiedlich lang wirkenden und sich ergänzenden Substanzen so über den Tag zu verteilen, dass Blutdruckspitzen zu bestimmten Zeiten bestmöglich therapiert werden - dafür ist die gelegentliche Durchführung einer Langzeit-Blutdruck-Messung hilfreich, die wir in unserer Praxis auch anbieten ... Das ist aber keine neue, sondern eine altbekannte und zeitlose Weisheit. Im übrigen bleibt nicht zu vergessen, dass, wenn auch nicht bei allen, so doch bei der Mehrzahl der Menschen mit oder ohne Bluthochdruck die nächtlichen "RR-"Werte um bis zu 10-20% niedriger liegen als am Tag. Das ist bei Patienten mit arteriosklerotischen Gefäßveränderungen (Gefäßverkalkung) sehr beachtenswert, da dadurch nachts die Durchblutung z.B. der Herzkranzgefäße im Vergleich zum Tag absinkt. Ein zu starkes zusätzliches "Dippen" der Werte durch v.a. abends gegebene Blutdrucksenker kann im Einzelfall gefährlich werden.

01.03.2019

Wir freuen uns, dass wir zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung vor allem auch der hausärztlichen Versorgung ab dem 1. März 2019 Herrn Hans-Jörg Bansbach als angestellten Arzt zum Praxis-Team hinzugewinnen konnten. Herr Bansbach übernimmt als Schwerpunkt die Hausbesuche an den Dienstagen und Donnerstagen, im übrigen Freitags einen Teil der Sprechstunde und die für Sie an den Freitag Nachmittagen verlängerte Sprechstunde bis 16.00 abdecken.
Herr Bansbach lebt in Konstanz, ist langjährig erfahrener Allgemeinmediziner und auch schon seit Jahren in der allgemeinmedizinischen Praxis tätig. Besonders Dr. Witzel freut sich sehr auf die vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit!

Vitamin D und Schutz vor Erkrankungen - häufig nachgefragt ...

07.01.2019

Nachdem bereits im Deutschen Ärzteblatt für das Fachpublikum vor kurzem zu lesen stand, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D nicht gegen Osteoporose hilft, titelte aktuell für den amerikanischen Raum die New York Times "Vitamin D ... ineffektiv in der Prävention von Krebs und Herzinfarkten"; und auch in Deutschland bezweifelt die ZEIT in ihrer Ausgabe vom 03.01.2019 auf Seite 34 ganzseitig, dass die Supplementierung mit Vitamin D einen Nutzen hat: Unstrittig ist, dass ein extremer Vitamin-D-Mangel schadet, so dass die Dt. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde empfiehlt, Säuglingen bis zum Ende des 1. Lebensjahres täglich eine Extradosis Vitamin D zuzuführen. Eindeutig belegt ist allerdings nur, dass "Vitamin D eine Auswirkung auf die Knochengesundheit hat". Darüber hinaus sind viele Ergebnisse aus sog. Beobachtungsstudien abgeleitet, ein Vitamin-D-Mangel wird von verschiedenen Untersuchern verschieden definiert, etwas wirklich Kausales ist nicht belegt.
"Man beobachtet zum gleichen Zeitpunkt eine bestimmte Erkrankung und einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel und legt deshalb einen Zusammenhang nahe." Ebenso, wie es sein kann, dass dieser niedrige Vitamin-D-Spiegel Erkrankungen auslöst, "kann es aber auch sein, dass beispielsweise Krebskranke oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht mehr richtig aus dem Haus kommen". Weitere Studien, die üblicherweise in der Medizin für belastbare Aussagen zugrundegelegt werden, sog.
randomisierte kontrollierte Studien, sind "oft zu klein gewesen oder zu kurz gelaufen, oder der Vitamin-D-Wert wurde zu Beginn der Studie nicht bestimmt". Inhalt des ZEIT-Artikels ist u.a. eine nun veröffentlichte große Studie mit 26.000 gesunden Probanden, der "größte Versuch zu den Gesundheitseffekten von Vitamin D", über 5 Jahre laufend, mit zufälliger Zuteilung der Probanden, regelmäßigen Messungen und Ausschluß weiterer Faktoren, die verfälschend sein könnten. Ergebnis: "Im Vergleich zum Placebo senkte die Vitamin-D-Gabe weder die Häufigkeit von Krebsneuerkrankungen oder Schlaganfällen".
Nachdem die Kunde von der "Vitamin-D-Krise" in den letzten Jahren sich ubiquitär verbreitete, nahmen zahllose auch junge Menschen regelmäßig Vitamin D ein, ließen ihre Laborwerte bestimmen (so ist die Vitamin-D-Bestimmung der Parameter mit den höchsten Wachstumszahlen im Labor, sagt Matthias Orth, Sprecher des Berufsverbands Dt. Laborärzte). "In gewissen Kreisen gelte Vitamin D als Glückshormon".
"Wenn jeder Dritte einen Mangel an Vitamin D haben soll", so Orth weiter, "dann mache ich aus einem physiologischen Zustand eine Krankheit". Hinzu kommt, dass die Ergebnisse von Tag zu Tag und Labor zu Labor "extrem schwank(t)en". Selbst das Robert-Koch-Institut betont, "dass in Deutschland weniger Personen mangelhaft mit Vitamin D versorgt sind als vorher angenommen".
"Viel wichtiger als ein pauschal festgelegter Zielwert ist die individuelle Betrachtung. Wie ist die Lebenssituation einer Frau oder eines Mannes, wie alt ist der Mensch, ist er krank?" Laborarzt Orth zieht den Kreis indes noch enger: "Es gibt für die Vitamin-D-Bestimmung eigentlich nur eine klare medizinische Indikation: Eine Nierenschwäche". "Wenn man (als Gesunde/r) eine niedrige Dosis von 800-1000 Einheiten Vitamin D tgl. nimmt und dann das Gefühl hat, man tut sich etwas Gutes, schadet man sich sicherlich nicht", sagt M. Weber von der deutchen Gesellschaft für Endokrinologie. "Mit höheren Dosen wäre ich sehr zurückhaltend, zumindest für hoch dosiertes Vitamin D gibt es Daten, die darauf hinweisen, dass es Nierensteine auslösen kann." Am Ende sei es am besten, einem Mangel mit einer normalen, aktiven Lebensführung vorzubeugen. "Das hat sich durch alle Vitaminstudien gezeigt". Es genügt schon eine Viertelstunde täglich an der frischen Luft.

19.09.2018

Wir freuen uns, dass unsere Praxis und persönlich Dr. Witzel seit 07.09.2018 mit Entscheid der Bezirksärztekammer Südbaden die Weiterbildungsbefugnis für die Ausbildung von Ärzten im Weiterbildungsgang "Allgemeinmedizin" (18 Monate) zuerkannt bekommen hat. Damit können wir junge Allgemeinmediziner/innen bei uns ein gutes Stück auf Ihrem Weg zum Facharzt begleiten.

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